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Barly Baruti und der Kampf des Jahrhunderts

Eine fabelhafte Konfrontation zweier unglaublicher Boxer. Der Kampf im nächtlichen Kinshasa ist ein Ereignis mit globalpolitischen Dimensionen.

Parc Ermens, Stade Roi Baudouin, Stade Tata Raphaël und Stade du 20 Mai – das sind die verschiedenen Namen, die dem großen Sportstadion im Norden von Kinshasa gegeben wurden. Vor etwa 46 Jahren, am 30. Oktober 1974, forderte hier der ehemalige Weltmeister im Schwergewicht, Muhammad Ali, den Titelverteidiger George Foreman heraus. Eine fabelhafte Konfrontation im Herzen Afrikas zweier unglaublicher Boxer. Noch nie besaß ein Kampf eine so große politische und symbolische Dimension.

Im damaligen Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) macht Präsident Mobutu, bekannt für seinen extravaganten Personenkult, seinem Volk diesen Kampf zum Geschenk. In Kinshasa, bei tropischer Hitze, erwartet die Zuschauer während des nächtlichen Kampfs eine Überraschung: Muhammad Ali scheint sich in die Seile des Ringes zu flüchten. Das Publikum staunt! Foreman greift Ali mit wuchtigen Schlägen über sieben Runden immer wieder an, während sich Ali stets nah an den Ecken und Seilen des Ringes hält, bis Foreman sichtlich ermüdet. In der achten Runde schließlich nutzt Ali die Erschöpfung seines Kontrahenten für mehrere gezielte Schläge gegen seinen Kopf, und der Champion bricht wie eine Marionette zusammen. Das ist der KO.

Aber das Ereignis ist mehr als nur ein einfacher Boxkampf. Der berühmte Muhammad Ali wird bereits vor seiner Ankunft leidenschaftlich verehrt und als Held im Land seiner Vorfahren stürmisch begrüßt: In ganz Afrika gilt er als wichtiger Kämpfer für die Rechte der Afroamerikaner und für die Dekolonialisierung. Gleichzeitig ist es eine von Mobutu organisierte Show, um das Image von Zaire in der Welt zu verbessern und eine starke Nation zu präsentieren. Und ein Millionengeschäft für Sportspekulanten. Aus diesen Gründen ist dieser Kampf heute zu einem berühmten Mythos geworden, der in der gesamten Demokratischen Republik Kongo bekannt ist.

In dem Comic „Chaos debout à Kinshasa“ wird dieser historische Kampf und dessen Aura durch das fiktive Szenario von Thierry Bellefroid und fesselnden Zeichnungen von Barly Baruti verewigt. Herausgegeben wurde der Band im Jahr 2016 von dem französischen Verlag Glénat.

Bibliografische Angaben zu dem Bildbeitrag:

Comic-Seiten aus „Chaos debout à Kinshasa“, © 2016 Glénat BD, Zeichnungen: Barly Baruti, Texte: Thierry Bellefroid / Bilder: 1,4,5,8,11,12,14,18
Plakate, © HemDale Leisure Corporation, Lithografie: Passatino Printing (USA), aus: Archives de la Radio Télé Nationale du Congo (R.D.Congo) / Bild: 2
Fotografien, aus: Archives de la Radio Télé Nationale du Congo (R.D.Congo) / Bild: 3
Fotografien, © Sali, aus : Archives de la Radio Télé Nationale du Congo (R.D.Congo) / Bilder: 6,7,9,10,13, 16, 17
Fotografien, © Journal Champion d’Afrique, aus : Archives de la Radio Télé Nationale du Congo (R.D.Congo) / Bilder: 15,19,20

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