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Arbeitsweisen und Zeichentechniken von Al’Mata und Barly Baruti

Die Anfertigung eines Comics ist vielseitig und arbeitsintensiv, insbesondere für den Comiczeichner. Hier geben die Künstler Barly Baruti und Al’Mata Einblicke in ihre Arbeitsweise und Zeichentechniken – und zeigen, was ihren Stil so außergewöhnlich macht.

Barly Baruti braucht im Allgemeinen mindestens zwei Tage für eine Comic-Seite, wobei jede Seite ihre eigene Komplexität besitzt. Die Arbeit an einer Comic-Seite beginnt für Baruti mit dem Szenario. Anschließend entwirft er das Layout der Seite, bestimmt damit den Rhythmus der Geschichte und skizziert die groben Formen mit Bleistift. Aus der Skizze hebt Baruti schließlich die detaillierten Formen mit schwarzer und farbiger Tinte, Aquarellfarben oder Gouache hervor. Dafür nutzt er eine spezielle Comic-Technik, die Direktkolorierung („couleur directe“). Bei diesem Farbgebungsprozess wird die Farbe direkt auf die originale Tuschezeichnung aufgetragen – statt auf eine Fotokopie. Dabei werden Farbe und schwarze Konturlinien nicht getrennt, wodurch sich das visuelle Ergebnis auf den Ebenen der Malerei bewegt.

Diese aufwändige Technik sieht man beispielsweise in dem Comic „Madame Livingstone: Congo, la Grande Guerre“, das im Jahr 2014 bei Glénat erschienen ist. Die Geschichte dieses Albums basiert auf einer historischen Erzählung rund um den ersten Weltkrieg und dessen Auswirkungen in Zentralafrika. In einem Skript mit Dialogen und Hinweisen bestimmt der Szenarist Christophe Cassiau-Haurie den Verlauf der Geschichte. Baruti als Zeichner besitzt dann die Freiheit, das Szenario zu interpretieren und bildnerisch umzusetzen. In diesen Zeichnungen hat Baruti teilweise ganz auf schwarze Konturlinien verzichtet, und es entsteht der fließende Übergang zum Gemälde, also zum gemalten Comic. Teilweise in schwarz-weiß, entsteht durch die Direktkolorierung eine besondere räumliche Tiefe in den einzelnen Bildern.

Skizzen und Zeichnungen für: Seite 55 des Albums „Madame Livingstone: Congo, la Grande Guerre », erschienen bei Glénat, 2014.


Al’Mata arbeitet in der Regel drei bis vier Tage an einer Comic-Seite. Bevor er anfängt zu zeichnen, beschäftigt er sich intensiv mit dem Szenario und dem Universum der erzählten Geschichte. Besonders ausschlaggebend für eine gute Zeichnung ist für ihn die Kommunikation zwischen Szenarist und Zeichner. Nur wenn das Szenario einen guten Rhythmus und eine interessante Spannungskurve hat, kann Al’Mata als Zeichner eindrucksvolle Bilder entwerfen.

Daher schaut er sich Fotos und Videos der Orte an, an dem das Szenario spielt, bevor er anfängt zu zeichnen. Anhand von Skizzen hält er die ersten Eindrücke fest. Dann entwirft er grob gezeichnete Storyboards, als erste Idee des größeren Aufbaus der Geschichte. Auf Aquarellpapier im Format A3 arbeitet er schließlich die Comic-Seiten aus. Dafür fängt er mit einer Tuschezeichnung an, die Licht und Schatten in den einzelnen Szenen definiert. Schließlich koloriert er mit Aquarellfarben, Tusche oder auch Buntstiften.  Alles an Al’Matas Comic-Seiten ist traditionell von Hand gemacht, Photoshop hat er noch nie benutzt und möchte auch in Zukunft keine digitalen Hilfsmittel verwenden.

Skizzen und Zeichnungen für: „Alphonse Madiba dit Daudet, Tome 3“. Das Album soll im Jahr 2022 beim Verlag L’Harmattan BD erscheinen.

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