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Machini: Kritische Bilder jetzt auch als Comic

Seit etwa zehn Jahren arbeiten Tétshim und Frank Mukunday zusammen. Tétshim ist Zeichner und Comic-Künstler, Frank Mukunday ist Videokünstler. Im Rahmen ihrer Zusammenarbeit verbinden sie Video und Zeichnung zu Animationsfilmen und schaffen darin mit verschiedenen Materialien wie Kieselsteinen, Kreide oder rostigen Gegenständen ein einzigartiges formales Universum. Ihr bekanntester Kurzfilm ist „Machini“, der nun auch als Comic veröffentlicht wurde.

Nach dem großen Erfolg des Kurzfilms hat die belgische Organisation Africalia die Umsetzung des Comics finanziert und unterstützt. Der Comic wurde erstmals auf dem Comicfestival in Angoulême vom 7. bis 20. März 2022 vorgestellt.

Die beiden Künstler leben und arbeiten in Lubumbashi im Süden der Demokratischen Republik Kongo, einer Schlüsselstadt im Zentrum des riesigen „Kupfergürtels“, der sich bis nach Sambia erstreckt.

Ihr Projekt „Machini (Maschine)“ beschäftigt sich mit der von Rohstoffindustrie verursachte Umweltverschmutzung den Profiteuren der Rohstoff-Förderung: Unternehmen, die Elektroautos und Mobiltelefone herstellen. Die Materialien, die Tétshim und Frank Mukunday für die Produktion ihrer Animationen verwenden, beziehen sich formal auf diese industriellen Zusammenhänge:

Von Hand mit Bleistift gezeichneten Felsen, rostige Maschinenreste, Kieselsteine aus Extraktionsgebieten. Lubumbashi ist der Hauptsitz großer kongolesischer Bergbauunternehmen, darunter Gécamines (GCM), Ruashi Mining, Tenke Fungurume Mining (TFM) und Société de Traitement du Terril de Lubumbashi (STL).

© Tétshim/Mukunday

„Machini“ illustriert und kritisiert die illegale Ausbeutung von Mineralien in der Region, insbesondere von Kobalt, durch Bergbau verschmutzte Flüsse, die Zerstörung des Ökosystems und dessen Folgen für die lokale Bevölkerung. Auch die Arbeitsbedingungen in den Bergbauunternehmen werden zum Thema. Die Individualität und die Rechte der Arbeiter*innen werden so weit verkannt, dass Frank Mukunday und Tétshim sie mit Maschinen vergleichen, die ohne Pause arbeiten.

© Tétshim/Mukunday

„Machini“ ist ein Aufruf für Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit. Gleichzeitig ist es eine Kritik an modernen ökologischen Ansätzen. Die größten Vorkommen an Rohstoffe wie Kobalt und Lithium, die beispielsweise für Elektroautos, Symbol für modernen Umweltschutz, gebraucht werden, befinden sich im Kongo. Und es ist bekannt, dass in den Kobaltminen in der Demokratischen Republik Kongo Kinder unter unmenschlichen Bedingungen beschäftigt werden. Millionen von Menschen leiden unter den Umweltfolgen.

Mit großem Talent und ungewöhnlichen künstlerischen Ansätzen setzen sich Tétshim und Frank Mukunday mit diesen komplexen Zusammenhängen auseinander und machen sie einem internationalen Publikum zugänglich.

© Tétshim/Mukunday
© Tétshim/Mukunday
© Tétshim/Mukunday
© Tétshim/Mukunday
© Tétshim/Mukunday

Autoren:
Tétshim (Comiczeichner)
Frank Mukunday (Videokünstler)

Herausgeber:
L’ASBL AFRICALIA (verantwortlich für die materielle Produktion des Werks).

Partner:
Twenty Nine Studio und Produktion, vertreten durch Rosa Spaliviero (ausführende Produktion des Werks).

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