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Die politische Szene im Kongo und die Karikaturen von Thembo Kash

Thembo Kash ist einer der prominentesten Pressezeichner in der Demokratischen Republik Kongo mit einer klaren Vorliebe für politische Themen. Er veröffentlicht Zeichnungen in mehreren kongolesischen und ausländischen Zeitungen und ist derzeit vor allem bei der Online-Zeitung „actualite.cd“ aktiv, wo seine Karikaturen fast täglich veröffentlicht werden. Texte von Jean Kamba.

Thembo Muhindu Kashaurie, bekannt als Thembo Kash, wurde 1965 in Butembo, Nord-Kivu, in der Demokratischen Republik Kongo geboren. Er ist ein Comiczeichner, der vielfältige Techniken beherrscht, die es ihm ermöglichen, gleichzeitig Karikaturist, Werbezeichner und Organisator von Comic-Festivals zu sein. Er arbeitet seit langem mit mehreren kongolesischen und ausländischen Zeitungen zusammen und ist derzeit vor allem bei der Online-Zeitung „actualite.cd“ aktiv, wo seine Karikaturen fast täglich veröffentlicht werden. Bei kongolesischen Zeitungen wie Le Phare, Zaire Magazine und Le Potentiel durfte er sich als produktiver Pressezeichner betätigen. Als Absolvent der Kunstakademie Kinshasa, wo er einen Abschluss in visueller Kommunikation machte, hat er Comics wie Vanity (Joker edition), Jungle urbaine (L’Harmattan), Mbote Kinshasa (Boite à Bulles), etc. mitproduziert.

Karikatur, die die wiederkehrenden Gräueltaten im Osten der DR Kongo, speziell in Beni, illustriert; ebenso die Passivität der dort seit zwanzig Jahren stationierten Streitkräfte der Vereinten Nationen. Auch auf die Schwäche des kongolesischen Staates wird hingewiesen.

Bei der künstlerischen Arbeit über und an einer kongolesischen politischen Szene, die selbst schon als Karikatur bezeichnet werden könnte, setzt der Karikaturist Thembo Kash alles daran, aktuelle Nachrichten zu veranschaulichen und zu kommentieren.

Durch seine ausdrucksstarken Zeichnungen und seine starken Synthesen von aktuellen Ereignissen ergänzt er die satirischen Verhaltensweisen der politischen Akteure durch eine visuelle und illustrative Dimension, die ebenso erfreulich wie unterhaltsam ist.

Seine Arbeiten sind geschickte künstlerische Schachzüge, welche durch die kreative Darstellung von realen Szenen und Erzählungen die grotesken Dimensionen der politischen Szene beleuchten statt diese gutzuheißen. Und oft bleibt bei diesem Galgenhumor das Lachen im Halse stecken. Seine Zeichnungen wecken auch Trauer; vor allem, wenn es um die Blutbäder im Osten des Landes geht.

Sie provozieren schließlich auch Zähneknirschen bei den abgebildeten und zitierten Personen, weil sie hier in einer Art und Weise gezeigt, angeklagt und dargestellt werden, die an Spott und Verleugnung dessen grenzt, was sie sind und was sie tun – insbesondere ihren großen Beitrag zur Zerstörung des Landes durch finanzielle Misswirtschaft und Veruntreuung öffentlicher Gelder sowie Klientelismus und Komplizenschaft mit dem Feind, um den Reichtum des Landes in allen Bereichen zu plündern.

Diese Karikatur illustriert die Intervention der französischen Journalistin Sonya Roley als Informantin während des Prozesses um die Morde an zwei Experten der Vereinten Nationen, Zeida Catalan und Michael Sharp, in der Region Kasai im Jahr 2017.

Die Verantwortung des Intellektuellen wird hier hervorgehoben. Letzterer hat sich von der Politik zum Schweigen bringen lassen. Statt seiner eigentlichen Rolle als Vorbild treu zu sein, steht der Professor oder der Intellektuelle bei den vorhin beschriebenen Machtmissbräuchen als Hauptakteur im Vordergrund, da er wichtige Positionen des Landes besetzt.

Es muss gesagt werden, dass die Tinte dieses Karikaturisten niemals trocknen wird, denn die Ernte ist reichlich. Diese Szene der politischen Bettgeschichten und widersprüchlichen Beziehungen ist geprägt von politischen Ideologien, die zwar gegensätzlich sind, aber in ihren egoistischen Interessen vereint sind und gemeinsam die rationalen Mechanismen kurzschließen, die von der Wählerschaft eingerichtet wurden. Was für ein Leben in der Anarchie, die dort herrscht!

Eine Szene voller Wendungen und Fakten, die ans Surreale grenzt und für einen Künstler, der wie Kash Informationen sammelt, die schönste Muse sein könnte. Die Anti-Werte, die so viel Fahrt aufgenommen haben, bilden ein Ferment, das Veruntreuungsskandale, Verrat, willkürliche Wechsel der politischen Langer, Blutbäder im Osten, Verhandlungen um Positionen usw. hervorbringt.

Die mangelnde Beachtung der von den Behörden ergriffenen Maßnahmen gegen COVID-19 und die mangelhafte Anwendung dieser Maßnahmen werden hervorgehoben; auch das Problem des zu verimpfenden Vakzins ist in dieser Darstellung enthalten.

Mit den aktuellen Ereignissen als Ausgangspunkt für die Nacherzählung des kongolesischen politischen Lebens, lässt sich in Bezug auf die metaphorische Dimension dessen, was sich in diesem Land in Bezug auf die Verwaltung der öffentlichen Sache mit aller Leichtigkeit und Gewissenlosigkeit abspielt, einiges befürchten.

In der Tat macht sich der Künstler manchmal selbst zum filigranen Träger eines Ideals der Vernunft, während er durch Spott die täglichen Possen seines Landes anprangert. Trotz des grafischen Charakters seiner zweifarbigen Karikaturen und der Omnipräsenz eines leuchtenden Rots – vielleicht ein Zeichen der Dringlichkeit -, versäumt er es nicht, einen großen Teil der kongolesischen Öffentlichkeit zu alarmieren und gleichzeitig den Wunsch nach Veränderung in allen Bereichen des Lebens in diesem Land zu äußern.

Wie bereits erwähnt veröffentlicht Kash seine Karikaturen auch in der Rubrik „Karikatur“ der Online-Zeitung „actualite.cd“ und auf Facebook. Seine potenziellen Leser*innen interagieren mit diesen Karikaturen, die von informativen Texten begleitet werden und zögern nicht, sich von der Symbolik der Bilder mitreißen zu lassen, die sich mit dem politischen Kontext verbinden, den sie gut kennen. Sie kommentieren und beziehen Position. Die humorvolle Art von Thembo Kashs Karikaturen mag der Grund sein, warum dieser Künstler vor den lokalen Politikern keine Angst hat; wahrscheinlich deshalb, weil sie seine Karikaturen nicht verstehen, wie er selbst sagt.

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