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Fiktionen des Realen. Über die Möglichkeit, durch bildliches Erzählen Realitäten zu repräsentieren

Die brandneuen Publikationen “207” von Santa Kakese und “Awa” von Yann Kumbozi sind Erzählungen, die auf der kongolesischen Realität basieren. Diese Erzählungen bieten eine Gegenerzählung zu den gängigen Berichten über Kinshasa und die Demokratische Republik Kongo, die von stereotypen Bildern und Klischees geprägt sind.

© Santa Kakese, 207, S.5
© Santa Kakese, 207, S.6
© Santa Kakese, 207, S.9
© Santa Kakese, 207, S.12
© Santa Kakese, 207, S.17
© Santa Kakese, 207, S.44

“Die heiße Sonne im Kongo hängt über den Köpfen der Passanten in Kinshasa, ein verrückter Fahrer und ein rebellischer Ticketverkäufer – was könnte es sonst Außergewöhnlicheres geben, um die Melodien der perfekten Musik zu komponieren und zu übersetzen, die die ganze Atmosphäre der schönen Stadt “Kinshasa” ausmacht?

Von Blau über Gelb bis hin zu Rot zeigt uns der Künstler die Demokratische Republik Kongo in all ihren Farben und Formen. Damit wird die letzte Neugier der Verehrer der guten Stimmung, des echten Lebens, der sozialen Gegebenheiten und unserer täglichen Realitäten gestillt.”

Vorwort zu “207”, geschrieben von Ihrer Majestät Crebix Mozalisi.


Drehbuch und Zeichnungen: Santa Kakese und Jp Bindo

Farbe: Reddy Ngoma

Veröffentlicht von Arts Kfs.


Diese auf wahren Begebenheiten und dem Alltagsleben in Kinshasa basierenden Erzählungen sind bei jungen Autor:innen und Künstler:innen der kongolesischen Comicszene sehr angesagt. Als persönliche und subjektive Form scheint das Comiczeichnen besonders geeignet, um das eigene Leben und die eigenen Erfahrungen darzustellen.

Die Reflexion der persönlichen Erfahrungen des Künstlers/der Künstlerin und deren subjektiver Blick auf die Welt nimmt hier einen besonderen Stellenwert ein.

Diese Perspektiven kongolesischer Künstler:innen auf Kinshasa sind nicht nur im lokalen Kontext von Bedeutung. Im internationalen Kontext bieten sie eine Gegendarstellung zu den gängigen Narrativen über Kinshasa und die Demokratische Republik Kongo. Oftmals sind im internationalen Kontext nur die Perspektiven von Personen außerhalb Kinshasas präsent.

Die Mehrheit der Onlineartikel über das Land werden beispielsweise nicht von Kongoles:innen, sondern von Personen aus dem Westen, vor allem aus Europa und den USA, verfasst. Das Ergebnis ist ein sehr einseitiges Bild von Kinshasa, das von stereotypen Bildern und Klischees geprägt ist. Die urbanen Comic-Künstler:innen bieten ein viel intimeres und komplexeres Bild ihrer Stadt und deren Bewohner:innen.


© Yann Kumbozi, Awa, S.1
© Yann Kumbozi, Awa, S.2
© Yann Kumbozi, Awa, S.9
© Yann Kumbozi, Awa, S.11
© Yann Kumbozi, Awa, S.17
© Yann Kumbozi, Awa, S.0

“Awa, die durch einen Krieg im Osten der DR Kongo zur Waise wurde, wird nun von ihrer Tante Mamu und Tatu, die keine Kinder haben, erzogen und aufgenommen. In der Nachbarschaft lernt Awa Ken kennen, den Sohn eines reichen Geschäftsmannes aus dem unsteten Amerika, der mehreren Mädchen den Hof macht und sie zu einem Leben voller Ausschweifungen und Gewissenlosigkeit verleitet.

Sie schwänzt die Schule, geht vermehrt aus, zieht den Ärger von Mamu auf sich…

Das Dilemma ist, dass sie schließlich bei Mamu rausgeschmissen wird und auf der Straße landet.”

Synopsis von “Awa”, geschrieben von Yann Kumbozi.


Der Comic “Awa” soll in zwei Bänden erscheinen: 1. Schwarzer Samstag / 2. Die Bedrohung. Die ersten Bände erscheinen zwischen Ende April oder Mitte Mai 2022 im Verlag Éditions Étincelle aus China im kartonierten A4-Format mit 52 Seiten.

Drehbuch und Zeichnungen: Yann Kumbozi.

Farbgestaltung: Reddy Ngoma

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